Das Kupferbergwerk Düppenweiler
66701 Beckingen, Kreis Merzig-Wadern
link www.dueppenweiler.de
siehe auch: «Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler»
letzte Änderung: 9/10/2007

Quelle der Bilder: © www.beckingen.de

Der bedeutenste Abbau von Bodenschätzen erfolgte im ehemaligen Kupferbergwerk, das 1723 erstmals urkundlich erwähnt ist und bis 1916 betrieben wurde. Seit 1985 unterhält der Förderverein Kupferbergwerk e.V. hier ein Besucherbergwerk, das vom 1. April bis zum 4. Dezember besichtigt werden kann.

Öffnungszeiten des Bergwerks: Von Anfang April bis Ende Januar jeden Freitag, Samstag und Sonntag im Monat sowie an allen Feiertagen außer Weihnachten und Silvester von 14 bis 18 Uhr mit festen Führungen. Ansonsten nur nach Vereinbarung (Tel: 06832/800011 oder 06835/55-105).

Geschichte des Kupferbergwerkes

Kupferbergwerk
Kupferbergwerk
Kupferbergwerk
Huthaus

Der Beginn des Kupferbergbaues in Düppenweiler geht aus einer Urkunde der Herrn von Hagen zur Motten von 1776 hervor, in der es heißt: Das Düppenweiler Bergwerk ist von einem Innwohner daselbsten Nahmens Junkmann mit dem Pflug an dem Weltersberg anno 1723 gefunden worden. Etwa ab 1725 wird der Wallone Remacle de Hauzeur als Betreiber des Bergwerkes erwähnt.Unter seiner Leitung entstand der größte Teil der heute durch alte Risse bekannten Bergwerksanlage. Zu dieser Zeit sollen fast 300 Bergleute, vorwiegend aus Böhmen und Sachsen kommend, hier gearbeitet haben. Die Erzausbeute, insbesondere im Tiefbau, war so ergiebig, daß man Hauzeur schließlich das Auffinden einer starken Goldader andichtete. Auf- grund eines Rechtsstreites zwischen dem Kurfürsten von Trier und den Herrn von Hagen über die Rechte in Düppenweiler wurde der Grubenbetrieb zwangsweise stillgelegt und Hauzeur hat spätestens 1735 Düppenweiler verlassen. Erst 1757 war der Rechtsstreit entschieden und die Herren von Hagen erhielten das Bergwerk zum Lehen, betrieben es kurzzeitig selbst, verpachteten es an Jean de Dauphine, der es aber bald stillegte. 1769 nahmen der Baron Franz Georg von Zandt und der Franzose de Gersonne die Arbeiten wieder auf und gelangten sogar in Teile des Tiefbaues, wo sie noch größere Mengen abgebauter Kupfererze fanden. Sie gaben den Betrieb aber wieder auf, da sie die Wasser im Tiefbau nicht lösen konnten. Hieran scheiterten auch alle späteren Versuche unter: de Gerin (1772-1778), F. J. Odelin (1786-1789) und den Besitzern der Dillinger Hütte So//er, Guerin und Lacour (1806). Lediglich der Dillinger Hütte gelang 1824-1828 nochmals ein halbwegs erfolgreicher Erzabbau, ohne aber in die allein noch abbauwürdigen unteren Sohlen vordringen zu können. Nachdem Düppenweiler Bürger Ende des 19. Jhd. vergebens die Wiederaufnahme des Grubenbetriebes versuchten, blieb auch ein letzter Versuch der Dillinger Hütte (1915-1916) erfolglos. Das Bergwerk wird endgültig stillgelegt; die Konzession der Dillinger Hütte erlosch aber erst 1991.

Entstehung des Besucherbergwerkes

1986 werden im Kultur- und Heimatverein Düppenweiler erste Überlegungen zum Ausbau der alten Kupfergrube zu einem Besucherbergwerk angestellt. Erste Aufwältigungsarbeiten in dem fast völlig versandeten Stollen werden durchgeführt, die, nachdem die Gemeinde Beckingen 1989 die Trägerschaft übernimmt, zunächst intensiviert, dann aber aufgrund von Finanzierungsproblemen wieder völlig zum Erliegen kommen. Mit Gründung des Fördervereins Kupferbergwerk Düppenweiler e.V. im Jahre 1992 und der Übernahme der Trägerschaft durch diesen Verein wird mit der systematischen Aufwältigung der Stollenanlage und dem Ausbau zu einem historischen Besucherbergwerk begonnen. Noch im gleichen Jahr wird der Hüttenschacht, 1994 der Selloschacht und 1995 der Hauzeurschacht wieder abgeteuft und ausgebaut. Über Tage werden 1995 die Bergwerkskapelle, die Mundloch- und Schachtüberdachungen und das Schachthaus des Hauzeurschachtes errichtet. Nach ca. 9.000 Arbeitsstunden des ehrenamtlichen Helferteams des Fördervereins sowie weiteren ca. 4.500 Arbeitsstunden im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wird am 8. Dezember 1995 der erste Ausbauabschnitt des historischen Kupferberg-werks zum regelmäßigen Besucherbetrieb freigegeben.

DüppenweilersaarlandbilderKarte