Jean-Baptist Duhamel
* 1767 1847

Jean-Baptist Duhamel schuf in Geislautern im Jahre 1810 den Saargrubenatlas.

Nach ihm wurde der Duhamel-Schacht in Ensdorf benannt.

>>>> teilw. übersetzter Auszug aus link annales.org

Il choisit Beaunier pour lui succéder lorsqu'il fut appelé au Conseil général des mines en février 1813 comme successeur de Lefebvre d'Hellancourt. Il y siégea donc pendant 20 ans avec Gillet de Laumont et Lelièvre. Il fut vice-président du conseil pendant quelques mois, en 1832, après la retraite de Lelièvre et avant Cordier.

Guillot-Duhamel fut nommé en 1802 afin de préparer la mise en place de l'Ecole pratique des mines [Berghochschule] de Geislautern. Napoléon discuta personnellement avec Duhamel de la création de l'Ecole en 1804, à Trèves [in Trier]. Celle-ci s'avéra très difficile à mettre en place en raison de concessions comme celle avec la Compagnie Equer, qui ne fut renégociée qu'en 1806 (contrat du 20 aout 1806). L'Ecole fut donc ouverte officiellement le 1er janvier 1807, mais Duhamel ne fut nommé officiellement directeur que le 10 mars 1807. Calmelet fut appelé en renfort en mai 1807, et Beaunier en 1809. Ce fut le début de la réalisation d'un grand travail cartographique sur les mines et concessions existantes. En 1810, l'atlas Duhamel (réalisé en fait par Beaunier) était publié. Le 11 mai 1812, Napoléon passa par Sarrebrück, en route pour la Russie, et se fit présenter l'état de l'Ecole par Calmelet [salopp übersetzt: auf dem Hinweg des Russlandfeldzugs kam Napoleon an Saarbrücken vorbei und erkundigte sich nach der Berghochschule]. Peu d'ingénieurs furent en fait formés à Geislautern entre 1810 et le départ de Duhamel (février 1813).

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Vom Saargruben - Atlas oder Duhamel - Atlas
Ein Beitrag von Oberlehrer a.D. Nikolaus Schneider.
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Beim Saargrubenatlas handelt es sich um eine Sammlung von Karten, die sich mit den Gruben unserer Heimat befassen. Von manchen Heimatkundlern wird er auch Saarkohlenatlas genannt. Den Namen Duhamel-Atlas trägt das Kartenwerk nach dem Manne, der bei seiner Fertigung sozusagen die Oberaufsicht und damit letztlich die Hauptverantwortung trug.

Der Saargrubenatlas ist in Geislautern entstanden. Er wurde in den Jahren 1809 - 1810 in der Geislauterner Berg- und Hüttenschule von den französischen Ingenieuren Beaunier und Calmelet unter der Leitung des Direktors Duhamel gezeichnet. Mit Hilfe des Saargrubenatlasses können wir uns eine Vorstellung machen, wie das saarländische Kohlenrevier zu Beginn des vorigen Jahrhunderts in etwa ausgesehen haben mag. Der Saargrubenatlas existiert noch heute. Er wird im Nationalarchiv in Paris aufbewahrt. Er legt noch heute Zeugnis ab von der Tüchtigkeit der französischen Ingenieure, die damals vor über 180 Jahren an der Geislauterner Berg- und Hüttenschule tätig waren. Sie haben sich durch das Kartenwerk ein bleibendes Denkmal gesetzt. H.P.Buchleitner nennt in einem Zeitungsartikel vom Juni 1951 den Saargrubenatlas "ein Standardwerk der Bergingenieurkunst".

Der umfangreiche Atlas mit seinen zahlreichen Konzessionskreisen und farbigen Karten gibt uns ein Bild über die Kohlevorkommen unserer Heimat im erster Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Er trägt den französischen Titel ,,Atlas des concessions du Terrain houillière de la Sarre par Beaunier et Calmelet, ingenieurs du Corps impérial des Mines".

Als Jean-Baptist Duhamel ins Saarland kam, betrachtete er es als seine erste Aufgabe aufgetragen, sich über die Verhältnisse der Industrie unserer Heimat, vor allem aber über die Ausdehnung der saarländischen Steinkohlevorkommen zu unterrichten. Er war nämlich von Beruf Bergingenieur. Er machte sich Gedanken, wie man die saarländischen Kohlenfelder besser verwalten und damit höhere Erträge für die französische Staatskasse erwirtschaften könne. Selbst der französische Kaiser Napoleon interessierte sich für die saarländischen Kohlenvorkommen. Er bestimmte in einer kaiserlichen Verordnung vom 13. September 1808, daß das saarländische Grubengebiet in 60 Konzessionsgebiete eingeteilt werden sollte, ohne die Konzessionen für die Glashütten. Konzessionen sind Zugeständnisse oder in unserem Falle behördliche Genehmigungen. Die Konzessionen sollten später an Privatleute vergeben werden und damit gute Einnahmen für die französische Staatskasse erbringen.

Die Durchführung des kaiserlichen Erlasses brachte für die Ingenieure der Geislauterner Ecole Pratique des Mines sehr viel Arbeit. Sie mußten sich über die Lage und Verhältnisse der damaligen saarländischen Gruben an Ort und Stelle informieren, in den Gruben Vermessungen durchführen und ihre Erkenntnisse dann in die einzelnen Karten übertragen. Das war wirklich keine leichte Aufgabe, das Kohlengebiet zu untersuchen und die Ergebnisse zu Papier zu bringen. Am 5. April 1810 war das schwierige Werk bereits vollendet. Duhamel konnte dem französischen Kaiser mitteilen, daß das Kartenwerk vollendet. Das Kartenwerk wurde von den französischen Zeitgenossen gelobt und bewundert. Der Generaldirektor der französischen Gruben spricht vor einer selten vollkommenen und bedeutsamen Arbeit.

Der in Geislautern angefertigte Saargrubenatlas hatte ein sehr bewegtes Schicksal.

Als sich die Kriegswirren 1814 unsere Heimat näherten, brachten die französischer Ingenieure der Bergschule Geislautern die wichtigsten Archivsachen von Geislautern nach Frankreich, vor allem nach Metz. Den Saargrubenatlas brachte der Baron von Gargan in einer dunklen Nacht nach Wallerfangen zu dem Besitzer der Steingutfabrik Villeroy. In Wallerfangen glaubte man das Kartenwerk in Sicherheit. Nach dem zweiten Pariser Frieden, am 20.11.1815, kam der größte Teil der saarländischen Kohlenfelder an Preußen. Die preußische Regierung in Berlin verlangte von Frankreich die Auslieferung aller mit den Gruben zusammenhängenden Pläne, vor allem bestand man auf der Übergabe des Saargrubenatlasses, da die preußische Regierung in ihm einen Wegweiser für die weitere Ausbeutung der Steinkohlenfelder an der Saar sah. Es kam zu längeren Verhandlungen, und über zwei Jahre wurden Briefe zwischen Paris und Berlin gewechselt. Schließlich mußten die Franzosen nachgeben und dem preußischen Unterhändler den Saargrubenatlas übergeben. Das geschah im Jahre 1817. In einem Übergabeprotokoll wird aufgeführt, was alles übergeben wurde: 1. ein Atlas, enthaltend 63 Karten, wobei die Karten 11 und 14 doppelt waren, 2. ein Begleitanhang, in dem die im Atlas Bezeichnungen erläutert waren, 3. zwei Karten, enthaltend die Querschnitte und Zeichnungen der in Ausbeute begriffenen saarländischen Gruben, 4. eine Sammelkarte zu dem Atlas, 5. ein Register über die Einteilung des Grubengebietes in 64 Konzessionskreise und 7 reservierte Konzessionen, 6. ein Register der Nivellierungen (Höhenunterschiede) des saarländischen Grubengebietes. Hundert Jahre lang wurde der Saargrubenatlas in Berlin aufbewahrt. Nach dem verlorenen ersten Weltkrieg mußte das Deutsche Reich den Saargrubenatlas an Frankreich ausliefern. Seitdem befindet er sich in Paris.

Von ihm wurden im Laufe der Zeit Kopien angefertigt. Die Bergwerksdirektion und das Saarlandmuseum besitzen Kopien des Duhamel - Atlasses. Von der Bergwerksdirektion hat der Verfasser eine Kopie des Blattes Geislautern erhalten. (Ein verkleinerter Ausschnitt ist auf dieser Seite zu sehen!) eigenes Blatt der Grube Geislautern vorhanden. Es trägt die Nummer 58. In der rechten unteren Ecke haben die beiden Ingenieure Beaunier und Calmelet unterschrieben, daß sie beide das Kartenblatt angefertigt haben. Auf dem Kartenblatt ist neben dem Gelände des Dorfes Geislautern ein Teil des Ludweiler Bannes zu sehen.


Das Blatt zeigt, wie klein unser Heimatort im Jahre 1810 war.
An der Ecke Ludweilerstraße - Warndtstraße standen einige Hauser und an der Einmündung der heutigen Schloßstraße in die Ludweilerstraße.

In der Schloßstraße befinden sich die Gebäude der Eisenhütte und des Hofes Geislautern. Auffällig ist, daß das Gebäude der Berg- und Hüttenschule (Schloß) noch nicht eingezeichnet ist. Ludweiler hatte in dieser Zeit sicherlich mehr Häuser als Geislautern. Das Landschaftsbild unserer Gegend entspricht den heutigen Verhältnissen. Rossel und Lauterbach fließen wie heute dahin, doch zweigt vom Lauterbach ein Wasserlauf ab, der im Hüttengelände in den Hammergraben mündet. Nur wenige Wege sind auf dem Geislauterner Bann eingezeichnet, die heutige Ludweilerstraße, die Warndtstraße, die heutige Hammerstraße ist durchgeführt bis zur Ludweilerstraße, die Straße zum Dietrichsberg und der Hohlweg. Außerdem sind drei Brücken auf dem Kartenblatt aufgeführt. Zwei befinden sich noch an den gleichen Stellen wie 1810.

Scheinbar hatten die Franzosen Schwierigkeiten mit den deutschen Benennungen. Aus dem Galgenberg wurde ein Kahlenberg, der Hahnenkopf würde zum hannenkopf, der Hammergraben wurde als Kanal de Geislautern bezeichnet. Eingetragen ist auch ein Foret imperiale, dite Langenhubel.

Hauptzweck des Kartenblattes ist jedoch die Darstellung der vermuteten Grubenverhältnisse in Geislautern. Leicht ist zu erkennen, daß drei Grubenstollen von der Warndtstraße aus in den Galgenberg hineinführen. Leider kann ich auch kaum mehr sagen, da ich nicht weiß, was die einzelnen Striche und Zahlen bedeuten. Ich habe in keinem Buche Erläuterungen gefunden. Ein Grubenmarkscheider könnte uns da sicherlich weiterhelfen. (Anmerkung der Redaktion: Gerne veröffentlichen wir in der nächsten Ausgabe entsprechende Informationen.) Die Bemerkungen sind in französischer Sprache niedergeschrieben.

Von der heutigen Hammerstraße führte ein Weg ins Lauterbachtal. Hier finden sich scheinbar verlassene Grubenstollen. (Traveaux ruinés de Lauterbach). Sie liegen in der Gegend der späteren Geislauterner Schächte, dem Gelände des heutigen Warndt-Gymnasiums.

Der Saargrubenatlas ist meines Wissens das einzige Werk, das den Ingenieuren der Geislauterner Bergschule wirklich gelungen ist, während sie in ihren sonstigen Bemühungen manche Fehlschläge einstecken mußten. Was der Saargrubenatlas wirklich wert ist, ersehen wir daraus, daß sich sogar die Regierungen in Berlin und Paris um seinen Besitz bemühten. Mit dem Kartenwerk wird immer der Name unseres Heimatortes Geislautern als Entstehungsort verbunden sein.

Benützte Bücher und Zeitungsartikel:

  1. Buchleitner: Die Berg- und Hüttenschule Geislautern
  2. Trenz: Rund um den Hahn.
  3. Glaes: Geschichte des Bergbaues im Warndt
  4. Buchleitner: Ein Standardwerk der Bergingenieurkunst in "Saarl.Volkszeitung" 6/1951
  5. Buchleitner: Das Schicksal des Saargrubenatlasses

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