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Frauenburg bei Frauenberg
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Die Frauenburg mit ihren 2 mächtigen Rundtürmen liegt versteckt in einem engen Seitental der Nahe.

Regelmäßig rechteckige Anlage (29x9 m) mit ehemals vier runden Ecktürmen und einem Rundturm in der Mitte der Nordseite. Eindrucksvoll die guterhaltene Ostpartie; zwei unterschiedlich starke und hohe Rundtürme mit Schlitzfenstern, verbunden durch eine kurze Schildmauer.

Ihr Name weist auf die mutmaßliche Erbauerin, Gräfin Loretta v. Sponheim, Gemahlin Graf Heinrichs 11. aus der Hintersponheim Linie, die nach dem Tode ihres Gatten (etwa 1324) die Regentschaft führte. Wegen Birkenfeld geriet sie in eine Auseinandersetzung mit Erzbischof Balduin v. Trier, der bestrebt war, den Kurstaat zu vergrößern. Als Balduin 1328 während eines Waffenstillstandes durch Gräfin Loretta v. Sponheim Leute beider Starkenburg bei Trarbach Gefangengenommen worden war, kaufte er sich durch einen Sühnevertrag wieder frei; darin gab er Birkenfeld endgültig auf und zahlte Lösegeld, von dem Gräfin Loretta v. Sponheim die Frauenburg, ihren späteren Witwensitz, erbauen ließ.

Erzbischof Balduin v. Trier auch Balduin von Luxemburg (1307-1354)Erzbischof und Kurfürst von Trier, war zweifellos eine der bedeutendsten Persönlichkeiten nicht nur zu seiner Zeit, sondern des ganzen Mittelalters. Unter dem führenden Einfluss Balduins wurden allein drei Könige gewählt: Sein Bruder Heinrich VII. der Wittelsbacher, Ludwig der Bayer und sein Großneffe Karl IV.

Die Braut erhielt von ihren Brüdern Rudolf II. und Ruprecht, dem späteren Kurfürsten von der Pfalz und Gründer der Universität Heidelberg, eine Mitgift von 6000 Pfund Heller. Loretta gelobte eidlich der künftigen Schwiegertochter als Wittum das Haus Birkenfels und eine Jahresgülte von 750 Pfund Heller oder die Hälfte der Starkenburg, und zwar das Corveyer Lehen, mit der gleichen Summe.

Da die Heirat die Vormundschaft Lorettas beendete, sicherte sie sich im voraus die Zustimmung der Wittelsbacher zu dem von ihr beanspruchten Altenteil, dem späteren Witwensitz Frauenberg mit 500 Pfund Heller Jahresrente, dazu noch 20 Fuder Weingülte, je 10 in Enkirch und Trarbach, außerdem den Brauweiler Hof St. Nikolaus in Reil und das väterliche Erbe des Grafen von Salm. Aus nicht bekannten Gründen verzichtete sie auf die Burg Herrstein als Alterssitz und wählte "Vrauwenberg die Burgh". Zu dieser aus den Bännen Birkenfeld und Brombach herausgelösten Zwergherrschaft, dem späteren kleinen Amt Frauenberg, gehörten die Dörfer Tal-Frauenberg, Reichenbach, Ausweiler, Hammerstein, Nohen, Rimsberg und der Hof Winnenberg.

Bereits am 27.12.1332 verlieh Kaiser Ludwig, der Onkel der Schwiegertochter Lorettas, Tal-Frauenberg, wie auch Birkenfeld, das Stadtrecht. Wahrscheinlich zog Loretta 1332 auf die Burg Frauenberg, die in einem Seitental der Nahe gegenüber dem heutigen Sonnenberg an einem bis dahin nicht bewohnten Platz lag.

Die Frauenburg war keineswegs ein bequemer Ruhesitz für Loretta, denn sie blieb dort in den 15 Jahren bis zu ihrem Tode als Herrin in ihrem kleinen Reich unermüdlich tätig. Im Vergleich zu anderen sponheimischen Burgen war die Frauenburg eine kleine Burg von rechteckigem Grundriß, 29 m lang, 9,50 m breit, mit fünf Türmen und einer 2,5 m dicken Ringmauer. Auf einer 60 m hohen Bergkuppe gelegen, nach drei Seiten steil abfallend, konnte sie mit einer kleinen Schar gut verteidigt werden.

Ihre Burgmannen, von denen wir einen, Johann von Oberwesel, namentlich kennen, wohnten in Tal-Frauenberg. Nur eine von der Frauenberger Herrin geführte Fehde ist bezeugt, die 1334 mit Blick von Lichtenberg, dem Edelknecht ihres Lehnsmannes Cuno von Daun-Oberstein.

Auch in der lothringischen Herrschaft Püttlingen, die ihr nach dem Tod ihres Bruders Nikolaus als Pfandbesitz für die vorenthaltene Mitgift abgetreten wurde, handelte sie so hart, wie es der Fall des Ortsvorstehers von Ranspach belegt. Gräfin Loretta nahm weiter Anteil am Geschehen auf Starkenburg, nachdem sie die Moselresidenz verlassen hatte. Sie freute sich über die Geburt der Enkelkinder, teilte aber auch die Sorgen der jungen Familie. So beteiligte sie sich Ende der 30er Jahre bei Pfandverschreibungen für Besitz in Erden und beim vorübergehenden Zwangsverkauf der Burg Herrstein, behielt sich jedoch das Wiederkaufsrecht vor. Große Schuldenlast drückte ihren Sohn Johann III. in dieser Zeit. Erzbischof Balduin gewährte ihm finanzielle Hilfe.

Das Verhältnis zu den vordersponheimischen Verwandten blieb durch die Auseinandersetzungen um Dill, dessen Anteil Pantaleon widerrechtlich an die Kreuznacher Linie verkauft hatte, gespannt, bis die Verlobung des 1332 geborenen Loretta-Enkels Johann (IV.) 1338 mit Elisabeth, der Tochter Walrams von Sponheim-Kreuznach, die Aussöhnung der Häuser brachte. Diese Sponheimer Heirat fand erst acht Jahre später statt, 1346, nach Lorettas Tod. Eine der beiden Töchter aus dieser Ehe wurde nach der Großmutter Loretta genannt; sie heiratete 1364 den Grafen Heinrich von Veldenz. Gräfin Loretta war auch Patin der Tochter ihres getreuen Ratgebers Volker von Starkenburg, die später als Nonne in das Frauenkloster Engelport eintrat.